Die Erinnerungskultur hat große Auswirkungen auf die Identität und das Selbstverständnis einer Gesellschaft. Auch gegenwärtige, politische Debatten werden davon beeinflusst. Gemeinsam mit Vertretern und Vertreterinnen aus Praxis und Schule möchten wir aufzeigen, wie Erinnerungskultur aktiv im schulischen Alltag eingebunden werden kann.
Die Veranstaltung richtet sich an Lehrkräfte, Schulleitungen und pädagogische Mitarbeitende aus Schulen. Darüber hinaus können auch Personen aus Bildungsverwaltung, Landesinstituten, Forschung oder Initiativen sowie thematisch Interessierte teilnehmen.
Bei der Erinnerungskultur geht es nicht nur um das Erinnern an historische Ereignisse, sondern auch um die Art und Weise, wie diese Ereignisse interpretiert und in der Gesellschaft verarbeitet werden. In dieser Veranstaltung werden Sie sich mit verschiedenen Aspekten der Erinnerungskultur auseinandersetzen und mit den Referenten und Referentinnen diskutieren, wie Sie diese in Ihrem Unterricht einbinden können. Im Anschluss jedes Impulses haben Sie die Möglichkeit, Ihre Fragen einzubringen.
Veranstaltungsablauf
16:00 - 16:30 Uhr: Zeugen der Zeitzeugen e.V.: Wir prägen Bildungsbegegnungen!
In der bundesweiten Arbeit begegnet der Zeugen der Zeitzeugen e.V. den letzten Generationen der Schoah-Überlebenden, deren Kindern und Enkeln. Durch solche Begegnungsprogramme in Schulen treten Schüler und Schülerinnen mit ihnen in Dialog und werden so zu Zeugen der Zeitzeugen. Als Multiplikatoren halten sie das Gedenken an die Schoah und die anvertrauten Lebensgeschichten lebendig. Der Referent stellt dar, wie Lehrkräfte mit dem Zeugen der Zeitzeugen e.V. das Thema Schoah & Erinnerung zielführend, zeitgemäß und professionell vermitteln können. Zudem erfahren Sie Beispiele, Referenzen und Feedbacks seitens der verschiedenen Bildungseinrichtungen, die bereits kooperieren.
16:30 - 17:00 Uhr: Franz-Leuninger-Grundschule, Mengerskirchen: Wie war das im Widerstand?
Selbstbewusst und engagiert arbeitet die Franz-Leuninger-Schule in Mengerskirchen im Oberwesterwälder Kuppenland daran, allen Kindern gute Bildungschancen zu eröffnen. Konsequent handelt sie nach ihrem Leitsatz "Stärken stärken – Schwächen schwächen". Demokratieerziehung wird hier besonders ernst genommen in wöchentlichen Schulversammlungen, Wahlkämpfen für die Schülervertretung und besonders in Projekten mit Verwandten des Namensgebers der Schule, Franz Leuninger, ein Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Die Schulleiterin Nicole Schäfer stellt vor, wie ihre Schule das sensible Thema den jungen Schülern und Schülerinnen näherbringt.
17:00 - 17:30 Uhr: Arolsen Archives: Partizipative, digitale Erinnerungsarbeit mit Regionalbezug
Die Arolsen Archives sind das internationale Zentrum über NS-Verfolgung mit dem weltweit umfassendsten Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Um einen Eindruck in die Arbeit der Arolsen Archives zu gewinnen, wird exemplarisch die Erinnerungswoche vorgestellt, die in Zusammenarbeit mit der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha vom 30. Mai bis 02. Juni durchgeführt wird. Zudem stellt die Referentin die Crowdsourcing-Kampagne #everynamecounts vor. Im Rahmen der Kampagne können Freiwillige niedrigschwellig zur Erschließung historischer Archivdokumente beitragen und so einen aktiven Beitrag zur Erinnerung der Opfer des Nationalsozialismus leisten.